Projektbeschreibung

Die Servicestelle junge Geflüchtete - Förderung von Integration und Teilhabe

Unter den Menschen, die in den letzten Jahren auf der Suche nach Schutz und neuen Lebensperspektiven nach Deutschland kamen, sind vielfach junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren, die allein oder mit ihren Familien und Verwandten einreisten. Darüber hinaus sind über 70 Prozent der jungen Menschen, die als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland kamen und kommen, bei der Einreise zwischen 16 und 18 Jahre alt.

Dies bedeutet, dass ein Großteil der jungen Menschen,  ab dem ersten Tag ihrer Ankunft vor die Herausforderungen einer jugendbezogenen wie auch fluchtspezifischen Übergangsphase gestellt ist. Während unser Erziehungs- und Bildungssystem eine stufenweise Heranführung an ein Leben in gesellschaftlicher Teilhabe und Mitbestimmung vorsieht, müssen diese jungen Menschen sich den Aufgaben im Zeitraffer annehmen.

Die Integration sowie die Ermöglichung von Teilhabe und Chancengleichheit junger Geflüchteter ist eine gesamtgesellschaftliche und (fach-)politische Daueraufgabe in den kommenden Jahren. Folglich muss die Förderung von jungen Zugewanderten hin zu selbstbestimmten, demokratiefähigen und eigenverantwortlichen Persönlichkeiten als gesellschaftliche Gesamtaufgabe anerkannt und Voraussetzungen hierfür auf allen gesellschaftlichen Ebenen geschaffen werden. Hierzu braucht es empirisches Wissen über Übergangsverläufe und Bedarfe junger Geflüchteter, Konzepte, gesamtgesellschaftliches Bewusstsein und den politischen Willen auf kommunaler Ebene und Landesebene, um Grundlagen und Voraussetzungen für eine nachhaltige Integration zu schaffen.

Die Servicestelle junge Geflüchtete – Förderung von Integration und Teilhabe knüpft an die in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit der Servicestelle unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an und schafft ein Angebot an Beratungs- und Qualifizierungsleistungen rund um die Unterstützung von Übergängen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Fluchtgeschichte. Diese Angebote richten sich schwerpunktmäßig an rheinland-pfälzische und saarländische Jugendämter, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und Vormünder. Darüber hinaus werden weitere Kooperationspartner im Rahmen der Übergangsgestaltung wie Arbeitsagenturen, Jobcenter, Schulen, Jugendmigrationsdienste, Ausländerbehörden und ehrenamtliche Unterstützungsstrukturen über das Angebot der Servicestelle angesprochen. Hierbei geht es vor allem um die Unterstützung bei der gemeinsamen fachlichen und strukturellen Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe in Hinblick auf die Zielgruppe der jungen Geflüchteten im Übergang.  

Inhaltlich zielt die Servicestelle auf:

  • Aufbau und Erweiterung empirischer Wissensbestände zu gelingenden Faktoren und Angebotsstrukturen im Übergang
  • Weiterentwicklung der Angebote und Konzepte der Kinder- und Jugendhilfe zur Förderung von Integration und Teilhabe
  • Analyse und Ausgestaltung von Kooperationsanforderungen sowie rechtskreisübergreifender Angebote
  • Unterstützung und Anregung eines abgestimmten Schnittstellenmanagements auf landes- und kommunalpolitischer Ebene
  • Fachpolitische Sensibilisierung für die Bedarfslagen junger Geflüchteter in Übergangsphasen


Zur Umsetzung dieser Ziele bietet die Servicestelle:

  • eine empirischer Erhebungen und Auswertung von Sekundärdaten
  • Fortbildungsangebote und Fachgespräche
  • Unterstützung bei der Ausgestaltung von Kooperationsschnittstellen und Netzwerkarbeit von am Übergang beteiligten Akteuren
  • Prozessbegleitung an regionalen Standorten
  • Erarbeitung praxisrelevanter Arbeitsmaterialien
  • Information und Wissenstransfer


Die Laufzeit der Servicestelle junge Geflüchtete beträgt zwei Jahre mit Beginn am 01.07.2018. Die Servicestelle wird kofinanziert aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der Europäischen Union sowie gefördert und unterstützt durch das saarländische Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (in Klärung) und das Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz.