Auf einen Blick


2021

In der "Auf einen Blick"-Reihe finden Sie verschiedene Themen und Informationen aus dem Bereich Kinder- und Jugendhilfe und junge Menschen mit Fluchtgeschichte mit Zahlen und Graphiken untermalt, kurz und übersichtlich auf einer Seite dargestellt.

Junge Menschen mit Fluchtgeschichte in den Hilfen zur Erziehung: Schwerpunkt Erziehungsbeistandschaft (§ 30 SGB VIII)

Da die Maßnahme der Erziehungsbeistandschaft sich in erster Linie an ältere Kinder und Jugendliche richtet und einen starken Fokus auf die Verselbstständigung legt, eignet sie sich besonders gut als  Anschlussunterstützung nach einer stationären Unterbringung. Dies macht sie als Hilfeform auch für die Zielgruppe junger Menschen mit Fluchtgeschichte attraktiv, die im Prozess der Verselbstständigung individuelle Unterstützung benötigen, dabei aber nicht mehr auf ein stationäres Setting angewiesen sind. Diese ambulante Hilfeform findet meist am Wohnort des jungen Erwachsenen oder in der Familie als Eins-zu-Eins-Betreuung statt.

Wohnungslosigkeit junger Menschen (mit Fluchtgeschichte): Auswertung einer Gruppendiskussion

Das Thema (drohende) Wohnungslosigkeit gewinnt vor dem Hintergrund extrem angespannter Wohnungsmärkte sowie wenig passgenauer Unterstützungsstrukturen immer weiter an Bedeutung. Dies betrifft auch eine steigende Zahl junger Menschen, die im Rahmen der Jugendhilfe begleitet wurden — darunter auch jene mit Fluchtgeschichte. Um erste Einblicke in die aktuelle Situation, die Herausforderungen und Weiterentwicklungsbedarfe zu erhalten, organisierte die Servicestelle im April 2021 eine Gruppendiskussion mit Vertreter*innen der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe in Baden-Württemberg. Die wichtigsten Erkenntnisse sind hier im Überblick abgebildet.

Jugend- und fluchtspezifische Anforderungen

Jugend ist heutzutage zu einem Sinnbild für Dynamik, Aktivität, Entfaltung und Fortschritt geworden. Aber was bedeutet es, in Deutschland ‚jugendlich‘ zu sein? Und was heißt das für junge Menschen mit Fluchtgeschichte?
Klar ist: Wie Jugend gelebt werden kann, hängt entscheidend von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und den Gegebenheiten vor Ort ab. Dennoch werden gesellschaftliche Anforderungen an alle Jugendlichen, unabhängig von deren Ausgangssituation, biografischen Erfahrungen und dem Lebensumfeld, gestellt.

Integrationspotenziale der Jugendarbeit

Die Jugendarbeit ist eines der vielfältigsten Leistungsfelder innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe – bezogen auf die Angebotsformen, aber auch auf die Trägerlandschaft. Gerade die Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit stehen grundsätzlich allen jungen Menschen zur Verfügung.
Aufgrund dieser Offenheit schlummern in der Kinder- und Jugendarbeit besondere Integrationspotenziale für die Zielgruppe der jungen Menschen mit Fluchtgeschichte. Es gilt daher, Zugänge und Angebote migrations- und fluchtsensibel auszugestalten und die eigene Praxis entsprechend zu reflektieren.